Die Taufe

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Der geschmückte Taufstein in der Christuskirche Gemünden
Bildrechte: Manuela Weber

Taufe - warum eigentlich?

Wenn ein Kind geboren ist, stellt sich für viele Menschen die Frage: "Sollen wir unser Kind taufen lassen?" Für andere stellt sich diese Frage nicht, denn für sie ist die Taufe Ihres Kindes eine Selbstverständlichkeit. Es gehört für sie einfach dazu.

Aber warum taufen wir einen Menschen? Was bedeutet die Taufe? Und warum hat Jesus seinen Jüngern den Auftrag gegeben, Menschen zu taufen?

Die Bedeutung der Taufe

Wenn man in der Bibel nachliest, fällt auf: Da ist von der Taufe von Erwachsenen die Rede. Die Taufe von Kindern wird nirgends erwähnt.

Jesus zog als Prediger durch Israel und rief die Menschen dazu auf, dass sie umkehren zu Gott und ihr Leben mit ihm führen: In Vertrauen und Gehorsam.

Dabei lud Jesus zur Taufe ein. Wer ein neues Leben mit Gott beginnen wollte, konnte sich taufen lassen. Es war der Täufling, der den Entschluss fasste, sein Leben mit Gott zu führen.

Bei der Taufe selbst handelt nicht der Täufling. Es wird vielmehr etwas an ihm vollzogen. Er wurde von Jesus oder seinen Jüngern in einem Fluss untergetaucht. Das Untertauchen hatte eine doppelte Bedeutung. Zum Einen war es Zeichen dafür, dass das alte Leben hier endet und ein neues Leben beginnt. Dieses neue Leben ist ein Geschenk von Gott. Es ist Gott, der den Täufling annimmt als sein Kind.

Taufdarstellung auf einem Kirchenfenster
Bildrechte: Bild von Thomas B. auf Pixabay

Zum Anderen bedeutet die Taufe auch, dass Gott alle Sünden vergibt. Die Sünden werden abgewaschen. Der Täufling darf sein Leben mit Gott mit einer "weißen Weste" beginnen. Auch wenn er in seinem Leben immer wieder schuldig werden wird und die Vergebung immer wieder brauchen wird. Die Vergebung, die ihm bei der Taufe geschenkt wurde, darf er in seinem Leben immer wieder in Anspruch nehmen.

Wer getauft wurde, wurde und wird auch aufgenommen in eine Gemeinschaft. Er wird aufgenommen in den Kreis derer, die an Jesus glauben - in die Gemeinschaft der Jünger.

Die Taufe von Erwachsenen

Die Taufe von Erwachsenen ist also der "Normalfall" in der Kirche. Voraussetzung für eine Taufe ist, dass ein Mensch

  • die christliche Botschaft auch kennt,
  • zum Glauben an Jesus Christus gefunden hat und
  • bereit ist, diesen Glauben auch vor der Gemeinde zu bekennen.

Der Taufe eines Erwachsenen geht immer eine Unterweisung im christlichen Glauben voraus. Je nachdem, wieviel der oder die Taufwillige schon weiß, muss entschieden werden, was in diesem Fall sinnvoll und nötig ist. Die Vorbereitung kann zum Beispiel in der Teilnahme an einem Glaubenskurs und in persönlichen Gesprächen erfolgen.

Taufe von Fatima Ghane in der Saale im September 2018
Bildrechte: Manuela Weber

Im Taufgottesdienst bekennt der Täufling seinen christlichen Glauben vor der Gemeinde. Dann kann er getauft werden. Paten sind nicht erforderlich.

Wenn ein erwachsener Mensch getauft wird, wird er Mitglied in der evangelischen Kirche mit allen Rechten. Er darf am Heiligen Abendmahl teilnehmen und kann auch Pate oder Patin werden. Eine Konfirmation ist dafür nicht notwendig.

Die Taufe von Kindern

Die Taufe von Kindern entspringt meist dem Wunsch der Eltern, dass ihr Kind von Geburt an christlich erzogen wird und Teil der Kirche ist. Das Kind kann seinen Glauben aber noch nicht bekennen. Stattdessen bekennen die Eltern und Paten ihren Glauben und versprechen, das Kind im christlichen Glauben zu erziehen.

Eltern, die der evangelischen Kirche angehören, haben ein Recht darauf, dass ihr Kind getauft wird. Wenn keines der beiden Elternteile evangelisch ist, kann der Pfarrer oder die Pfarrerin eine evangelische Taufe gewähren, wenn diese sinnvoll und glaubwürdig ist.

Da die Kinder durch die Taufe in die Gemeinde aufgenommen werden, führen wir die Taufen in Gemünden in der Regel im Hauptgottesdienst durch. Diese Praxis hat sich gut bewährt. Es ist daher ratsam, dass sich die Eltern früh melden, um mit dem Pfarrer einen Termin abzusprechen, der sowohl für den Pfarrer und die Planungen in der Gemeinde wie auch für die Familie des Täuflings gut passt.

Jeder Taufe geht ein Taufgespräch voran, in dem alles besprochen und der Täufling zur Taufe angemeldet wird.

Taufstein der Michaelskirche Gräfendorf
Bildrechte: Iris Grosso
Taufe bei Freiluftgottesdienste Septermber 2020
Bildrechte: Manuela Weber

Die Patenschaft

Paten sind "Taufzeugen". Ihre Aufgabe beschränkt sich aber nicht auf die Zeugenschaft. Sie versprechen, die Eltern bei der Erziehung des Kindes im christlichen Glauben zu unterstützen. Sie sind ein Bindeglied zur Kirche und sollen darauf achten, dass das Kind auch in die Gemeinde hinein wächst. Die Paten ermutigen gemeinsam mit den Eltern das Patenkind zur Konfirmation. Bei der Konfirmation kann der Konfirmand / die Konfirmandin dann seinen/ihren Glauben bekennen und ja sagen zur Taufe, die er oder sie vor Jahren empfangen hat.

Taufkerzen bei einer Taufe in Gräfendorf
Bildrechte: Iris Grosso

Ein Pate / eine Patin soll der evangelischen Kirche angehören und in der Kirche das Recht zur Patenschaft haben (durch Konfirmation, Aufnahme oder Erwachsenentaufe). Auch Mitglieder anderer christlicher Kirchen können Paten in der evangelischen Kirche werden.

Die Alternative: Eine Kindersegnung

Als Menschen ihre Kinder zu Jesus brachten, damit er sie segne, wollten die Jünger die Leute wegschicken. Doch Jesus schimpfte sie und sagte: "Lasst die Kinder zu mir kommen!" Dann segnete er die Kinder. Deshalb bieten wir an, Kinder in einem Gottesdienst zu segnen. Eine Segnung statt einer Taufe bietet sich zum Beispiel an, wenn

  • die Eltern wünschen, dass ihr Kind die Entscheidung zu einer Taufe selbst treffen kann,
  • die Eltern Gottes Segen für ihr Kind wünschen, aber eine christliche Erziehung des Kindes nicht versprechen können oder wollen,
  • die Eltern keiner Kirche angehören,
  • die Eltern nicht wollen, dass ihr Kind zur evangelischen Kirche gehört.